[message_box title=““ text=“Ich ernähre mich hauptsächlich vegan, mit kleinen vegetarischen Ausnahmen. Darum wäre es mir nie möglich, solch‘ einen speziellen Artikel über Essen aus aller Welt zusammen zustellen. Auch wenn es für mich nicht gilt, aber für viele Reisende gehört es dazu, lokale Spezialitäten zu probieren, und zwar jeder Art! Umso mehr freue ich mich, euch auch mal andere Meinungen als nur meine zu präsentieren und dass Claudia euch mit auf eine kulinarische (wenn auch kuriose) Reise um die Welt nehmen kann. Na dann, guten Appetit!“]
Dies ist ein Gastartikel von Claudia von backpackinghacks.
Hast du schon mal Schlange, Vogelspinne oder Affenhirn probiert? Auf Reisen kannst du dich auch in Abenteuer der etwas anderen Art stürzen. Lass dich überraschen. Also Mund auf und herzhaft zubeißen. Noch eine kurze Anmerkung: dieser Artikel ist nichts für Zartbesaitete und vehemente Vegetarier. Ich selber esse eher selten Fleisch, aber liebe es unterwegs neue Sachen auszuprobieren.
Andere Länder, andere Sitten
Alles hat im Englisch-Unterricht von Herrn (nennen wir ihn mal) Kunz seinen Anfang genommen. Der wohl faszinierendste Lehrer meiner gesamten Schullaufbahn. Ein kauziger Kerl, kurz vor der Rente, der mehr Unfug im Kopf hatte als normalen Unterricht zu machen. Wenn er mal wieder keine Lust hatte, war es Zeit für seine Erzählstunde.
Er hatte ein aufregendes Leben, besonders gerne hat er von den Jahren in Indonesien erzählt. Zeitweise ist er mit einem Boot in entlegene Gegenden unterwegs gewesen, um die Schulen vor Ort mit neuem Unterrichtsmaterial auszustatten. Ihm wurde dann stets zu Ehren ein Festessen veranstaltet.
Doch dieses eine Mal wird er sein Leben lang nicht vergessen, als man ihm Affe serviert hat.
Es war eine Suppe und darin schwammen das klein geschnittene Gehirn und die beiden Augen. Als Ehrengast gebührte ihm der erste Bissen. Verzweifelt schaute er in die Runde und schob sich den Löffel mit dem Auge in den Mund. Das blöde Ding flutschte immer weg, als er zaghaft versuchte drauf zubeißen. Alles half nichts und er schluckte es im Ganzen herunter.
Seine Geschichten waren immer sehr lebendig und bildhaft, sie haben mich immer in ihren Bann gezogen. Nur dieses eine Mal war es wirklich eklig, ich könnte niemals einen Affen, Gehirn oder ein Auge essen.
Was ist deine Schmerzgrenze beim Essen?
Kaum ein Land hat so eine ausgeprägte und vielfältige Essenskultur wie China. Nein, nicht dieses langweilige Essen, was wir hier in Deutschland bekommen. Jede Region hat ihre eigenen Spezialitäten und Vorlieben. Es ist einfach super lecker, aber manches ist echt eklig.
Wenn ich schon den Kuhmagen oder den stinkenden Tofu auf dem Markt rieche, wird mir schlecht. Deshalb habe ich immer einen großen Bogen darum gemacht, aber manchmal kann man aus Höflichkeit gar nicht anders, als es zu essen.
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Tausendjähriges Ei
Für ein paar Tage war ich mit einer super netten Chinesin unterwegs. Immer wenn wir essen gegangen sind, habe ich ihr die Bestellung überlassen. So kam es, dass ein tausendjähriges Ei auf meinem Teller landete. Eine absolute Delikatesse (eine weitere die ich nicht teile).
Die rohen Enteneier werden für drei Monate in einem Brei aus Gewürzen, Asche und Sägemehl eingehüllt. Das Ei sieht danach wenig appetitlich aus, es ist schwarz und es riecht ein wenig faulig. Aber was soll ich sagen, ich habe es gegessen. Es war echt eklig und es hat auf der Zunge geprickelt. Meine Zungenspitze war dann für den restlichen Tag taub. O-Ton der Chinesin: „Ach, das kann schon mal vorkommen.“
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Insekten sind in Asien ein beliebter Snack
An fast jedem Markt und Busbahnhof bekommt man sie, die Auswahl ist groß: Skorpione, Käfer, Grashüpfer, Spinnen, usw. Irgendwie schmeckt es alles gleich nach Frittiertem, aber es ist schön kross. Falls du ein Chips-Junkie bist, könnte es dir gefallen. Am besten fand ich die Vogelspinne, da sie einen größeren Körper hat und es noch weiche Stellen gibt.
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Ein weiterer beliebter Snack sind gegrillte Hühnerfüße
Überall in Asien laufen sie durch die Gegend. Nach dem Schlachten wird fast alles verwendet, natürlich auch die Füße. Oft werden sie gegrillt verkauft und sind sehr beliebt. Eigentlich besteht der Fuß nur aus kleinen Knochen, die abgeknabbert werden müssen. Mühselig! Kann ich nicht wirklich empfehlen.
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Lasst uns weiter springen zum Survival-Training im Dschungel
Als ich im Norden von Kambodscha auf einen Trip gegangen bin, haben wir uns komplett autark von dem ernährt, was wir im Urwald gefunden haben. Zum Frühstück gab es dann gegrillten Frosch, den unser Guide vorher in einem kleinen Wasserlauf gefangen hatte. Was sehr knusprig war, aber an dem kleinen Tier ist nicht viel Fleisch dran.
Abends hat der Zufall uns eine grüne Schlange vorbeigeschickt, womit unser Guide kurzen Prozess gemacht hat. Sie wurde für ein paar Minuten ins offene Feuer geschmissen. Anschließend hat er mit seiner riesigen Machete die Haut abgekratzt und die Innereien entfernt. Überraschend leckeres, festes Fleisch mit einem leicht nußigen Geschmack. Nervig waren nur die vielen kleinen Knochen.
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Durian: eine gehasste und geliebte Frucht
In Malaysia bin ich dieser Hass-Liebe zum ersten Mal begegnet. Überall im Bus und in Hotels hingen Verbotsschilder für Durian. Gerade ältere Früchte entwickeln einen fauligen Geruch, den man nicht so leicht wieder los wird.
Mein Interesse war geweckt, also habe ich mir auf dem Markt ein Stück gekauft. Der Geruch war ok. Das Fruchtfleisch ist fast schon cremig und hat eine softe Konsistenz, es hat mich an Pudding erinnert. Es ist sehr süß und hat einen einzigartigen fruchtigen Geschmack, den ich mit nichts anderem vergleichen kann. Er ist sehr intensiv, von daher finde ich nur kleine Mengen lecker.
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Unser nächster Stopp ist Australien: You kill it, we grill it
Mit diesem markigen Slogan hat ein Essensstand auf dem Sunset Market in Darwin geworden. In Australien ist der „roadkill“ (angefahrene Tiere auf dem Highway) ein ständiger trauriger Begleiter. Und Ozzies haben nun mal einen trockenen Humor. Im Angebot hatte er viele exotische Fleischsorten. So konnte ich an nur einem Abend: Känguru, Krokodil, Emu und Kamel probieren.
In Australien ist Kängurufleisch nicht sehr beliebt, es wird eher zu Hundefutter verarbeitet. Als Budget-Backpacker war es das einzige Fleisch, was man sich leisten konnte. Es ist ein dunkelrotes mageres Fleisch, mit einer leichten Wildnote. Sehr lecker.
Kommen wir zum Exoten, dem Krokodil. Naja, es ist ein weißes Fleisch mit kaum Eigengeschmack. Von daher langweilig. Das Fleisch vom Emu erinnert mich überraschenderweise an Rind. Lecker. Das Kamel hat auch was vom Rind, ist aber zäher und hat noch eine Wildnote. Ganz ok.
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Bush Tucker: nennen die Aborigines alles Essbare, was sie in der Natur finden
Dazu gehören natürlich auch die soeben erwähnten Tiere. Je nach Region werden auch Fische, Vögel, Echsen und genauso Pflanzen, Früchte, Wurzeln, Knollen und noch vieles mehr gegessen. Die Aborigines sind wahrlich erfinderisch, wie man im Outback überleben kann.
Bei einem Streifzug durch den tropischen Norden bin ich in den Genuss von zwei exotischen Insekten gekommen. Wir waren gerade beim Sammeln von Feuerholz. Als wir einen Ast hochhoben, wimmelt es nur so von Termiten. Der Australier mit dem ich damals gereist bin, schüttelt mir ein paar auf die Hand und sagte: „Schnell in den Mund!!!“ Gesagt, getan und schnell gekaut. Die Dinger waren ja noch lebendig. Sehr soft, fast schon cremig. Auf jeden Fall sehr proteinreich.
Ein paar Tage später sind wir an einem Baum vorbei gekommen, der mit grünen Ameisen bevölkert war. Besagter Freund nimmt sich vorsichtig eine der Ameisen und leckt den grünen Hintern der Ameise. „Try it!“ sagt er und reicht mir eine Ameise. Vorsichtig führe ich sie zur Zunge und bin überrascht, es schmeckt nach Limette.
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Springen wir weiter nach Südamerika: gegrilltes Meerschweinchen in Peru
In Peru sind Meerschweinchen deutlich größer als die Haustiere in Deutschland und wurden schon immer gegessen. Typisch ist das Gericht „Cuy al Horno“, was im Steinofen zubereitet wird. Man bekommt die Tiere im Ganzen serviert, das Maul ist weit aufgerissen, was mich etwas abgeschreckt hat.
Zuerst entfernt man die Kräuter aus dem Inneren und isst dann mit den Fingern. Der komplette Geschmack wird von den Kräutern dominiert, die sehr intensiv sind. Die Haut ist sehr ledrig. Absolut nicht mein Ding.
Claudias Fazit: Sei mutig beim Essen
Denn es gibt so einige positive Überraschungen. Manchmal muss man einfach seinen eigenen Erfahrungshorizont auch geschmacklich erweitern. Nur weil etwas bei uns ungewöhnlich ist, heißt dies nicht gleich, dass es eklig oder nicht lecker ist. Also gebt neuem Essen eine Chance.
Welches Essen hast du auf Reisen für dich entdeckt?
[divider style=“thin“ title=“Über Gastautorin Claudia“ text_align=““]
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